IMeG-Veranstaltungen 2018-02-13T11:28:55+00:00

IMeG-Veranstaltungen

IMeG-Workshop „MORO Raumbeobachtung Deutschland und angrenzende Regionen“ am 17. Januar 2018 in Karlsruhe

Foto: agl Hartz • Saad • Wendl

Das MORO Raumbeobachtung Deutschland und angrenzende Regionen endete offiziell mit der Abschlussveranstaltung im November 2016 in Berlin. Der Bund zieht in Erwägung, ein Folge-MORO aufzulegen und die begonnenen Arbeiten im Bereich der grenzüberschreitenden Raumbeobachtung zu vertiefen. Vor diesem Hintergrund hat der IMeG im Januar einen Workshop mit dem am MORO Raumbeobachtung beteiligten IMeG-Regionen durchgeführt. Vorgestellt und diskutiert wurden die MORO-Ergebnisse der Charlemagne Grenzregion, der Großregion, der TMO und der Bodenseeregion. Im Frühjahr 2018 werden die IMeG-Mitglieder ein Positionspapier zur grenzüberschreitenden Raumbeobachtung verfassen.

IMeG-Workshops zum Thema Metropolisierungsstrategien

Die Erkenntnis, dass Metropolisierungsstrategien für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der metropolitanen Grenzregionen essentiell sind, hat die Arbeit der IMeG-Partnerschaft in den letzten Monaten maßgeblich beeinflusst. Seit Ende 2013 beschäftigen sich die IMeG-Partner intensiv mit diesem Thema. Im Rahmen der beiden Workshops „Metropolisierungsstrategien in metropolitanen Grenzregionen“ am 25./26. November 2013 und „Meilenstein Metropolisierung – Auf dem Weg zu einer stärkeren Zusammenarbeit in den IMeG-Regionen“ am 7. April 2014 sind gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie Vertretern der Teilregionen jenseits der deutschen Grenze die Weichen für die Etablierung von Metropolisierungsstrategien und deren praktische Umsetzung gestellt worden.

Workshop-Dokumentation

Meilenstein Metropolisierung | PDF
Metropolisierungsstrategien | PDF

Workshop „Kooperationsmanagement in metropolitanen Grenzregionen“

Trotz Jahrzehntelanger Zusammenarbeit stehen die Grenzregionen immer noch vor großen Herausforderungen in der gemeinsamen Raumentwicklung. Sprachbarrieren, nationale Rechts- und Verwaltungssysteme wie auch unterschiedliche Planungskulturen und Akteursebenen erschweren die Zusammenarbeit. Schwierige Problemfelder werden selten behandelt. Vor allem bei wichtigen oder konfliktreichen Standortentscheidungen in den nationalen Teilräumen werden die Institutionen jenseits der Grenze oftmals zu spät und nicht angemessen informiert.

Gründe liegen oft in den heutigen Strukturen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die vielfach nicht darauf ausgelegt sind, grenzüberschreitende Konflikte zu lösen – es fehlt bislang an entsprechenden Strategien zur Konfliktbewältigung (Euro-Institut 2010).

Durch intensive Verflechtungen gibt es eine besonders hohe Konfliktdichte. „Kooperation und Konflikte besser managen“ ist deshalb ein zentrales Anliegen in den metropolitanen Grenzregionen. Der am 11./12. März 2013 zum Thema Kooperationsmangement in MGR durchgeführte Workshop hat dazu erste wichtige Ansatzpunkte geliefert. Unter Mitwirkung der IMeG-Partner und Gäste aus Belgien, Frankreich und der Schweiz konnten erste Ansatzpunkte erarbeitet werden. Der interkulturellen Dimension von Konflikten in Grenzregionen, Methoden einer konstruktiven Konfliktkultur in territorialen Kooperationssystemen und der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Governance im Hinblick auf Konfliktlösungen wurde dabei besonderes Augenmerk geschenkt.

Europäische Konferenz „Metropolitane Grenzregionen in Europa“ am 19./20. November 2012 in Luxemburg

„Unsere Kooperationsräume mit intensiven Verflechtungen werden von nationalstaatlichen Grenzen und Vorschriften geteilt. Nicht getrennt, aber geteilt. Dieser besonderen Aufgabe wollen wir uns stellen.“ Mit diesen Worten begrüßte Gerd-Rainer Damm, Ministerium für Inneres und Sport des Saarlandes und Sprecher der IMeG-Partnerschaft, das europäische Publikum auf der IMeG-Konferenz und machte deutlich, dass trotz langjähriger Kooperationserfahrungen und -strukturen die Hemmnisse grenzüberschreitender Zusammenarbeit immer noch nicht beseitigt sind. Um den Erfahrungsaustausch der metropolitanen Grenzregionen in Europa zu initiieren und zu intensivieren haben deshalb der IMeG, das BMVBS und das BBSR im BBR gemeinsam mit der Luxemburger Landesplanung die europäische Konferenz „Metropolitane Grenzregionen in Europa“ veranstaltet, zu der insgesamt knapp 120 Teilnehmer kamen. Das Moderatorenteam Andrea Hartz, agl Saarbrücken, Prof. Dr. Jürgen Aring, Büro für Angewandte Geographie (BfAG)/TU Dortmund, und Prof. Dr. Tobias Chilla, Universität Erlangen-Nürnberg, führten durch das Programm.

„Im Netzwerk handeln“ lautete das Motto des fachlichen Austauschs am Konferenztag, 20. November 2012. Nach einer Einführung in die Arbeit des IMeG wurden in der Podiumsdiskussion „Governance und Organisation – Was macht grenzüberschreitende Kooperation erfolgreich?“ die Erfolgsfaktoren grenzüberschreitender Governance und Organisation aufgezeigt. In der zweiten Diskussionsrunde „Territoriale Strategien und Projekte – Wie lassen sich metropolitane Grenzregionen stärken?“ wurden konkrete Beispiele aus metropolitanen Grenzregionen in Europa vorgestellt. Der IMeG durfte hierzu sowohl Vertreter aus der Eurométropole Lille-Kortrijk-Tournai, Grand-Genève, CENTROPE und der Öresundregion begrüßen als auch Experten aus den IMeG-Regionen. Durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen, (institutionellen) Hintergründe und Herangehensweisen an die Bearbeitung regionsspezifischer Themenstellungen wurde ein Überblick zu guten Beispielen im europäischen Raum gegeben.

 

Peter Mehlbye, Direktor der ESPON-Koordinierungsstelle in Luxemburg, hob die grenzüberschreitende Kooperation als ein wichtiges Element in der Entwicklung Europas hervor. Gerade Polyzentralität und eine ausgewogene Entwicklung seien zu berücksichtigende Aspekte. Er betonte die Bedeutung eines territorialen Strategiebezugs beim Aufbau und der Weiterentwicklung metropolitaner Grenzregionen, einer starken Governance, aber auch von Personen, die sich für den metropolitanen Gedanken einsetzen, Ideen generieren und deren Umsetzung aktiv voranbringen.

Dr. Wolfgang Streitenberger, Conseiller in der Generaldirektion Regionalpolitik/EU-Kommission, zeigte in seiner Rede erste Ansätze zur Ausgestaltung der neuen Förderperiode 2014-2020 auf. „Wir wollen vor allem eine harmonische, nachhaltige und polyzentrische Entwicklung sicherstellen, wobei diese kein Selbstzweck ist, sondern vielmehr Bewohner und Unternehmen dazu befähigt und motiviert werden sollen, das jeweils Beste aus den unterschiedlichen Gegebenheiten ihrer Regionen zu machen“ – mit diesem Bekenntnis führte er in den neuen integrierten territorialen Ansatz der EU ein.

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Schlussrunde, zu der Klemens Ficht, Regierungsvizepräsident im Regierungspräsidium Freiburg, Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen, Jean Peyrony, Generaldirektor der Mission Opérationnelle Transfrontalière, und Ralph Schlusche, Stellv. Sprecher des Initiativkreises Europäische Metropolregionen in Deutschland und Verbandsdirektor des Verbands Region Rhein-Neckar, begrüßt wurden. Sie alle unterstützten das Motto der Konferenz „Im Netzwerk handeln“ und rieten der IMeG-Partnerschaft, sich weiter für den Austausch mit metropolitanen Grenzregionen einzusetzen und den bislang sehr erfolgreichen Weg weiterzugehen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der „Luxemburger Thesen“ durch Gerd-Rainer Damm. Diese knüpfen an die Straßburger Erklärung der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) vom 23. Februar 2007, die Strategie „Europa 2020“ der Europäischen Kommission vom 03. März 2010 und an die Territoriale Agenda der Europäischen Union 2020 (TAEU 2020) vom 19. Mai 2011 an und sollen den Anstoß geben, die grenzüberschreitende polyzentrische Raumentwicklung in der EU und die innovative Vernetzung von Stadtregionen und Städten weiter in den Vordergrund der nationalstaatlichen Raumordnungspolitiken und der europäischen Kohäsionspolitik zu stellen.

Bereits am Vorabend der Konferenz fand der Empfang der Luxemburger Landesplanung statt. Nach einer Begrüßung durch Claude Wiseler, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur Luxemburg, und Monika Bachmann, Ministerin für Inneres und Sport des Saarlandes, wurde die Luxemburger Raumordnung im Kontext der großregionalen Entwicklung durch Romain Diederich, Ministère du Développement durable et des Infrastructures Luxembourg, vorgestellt. Im Anschluss nahmen politische Repräsentanten und Vertreter zur Bedeutung metropolitaner Grenzregionen aus Sicht ihrer IMeG-Region bzw. des Bundes Stellung. Beim gemeinsamen Abendessen nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch von „Region zu Region“.

Fotos: Dirk Michler