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Von grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen zu metropolitanen Grenzregionen

Die Diskussion um die raumordnungspolitischen Leitbilder und Handlungsstrategien des Bundes und der Länder, die 2006 von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) beschlossen wurden, gab den entscheidenden Impuls für ein Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) zu grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen: Die wirtschaftlich starken Grenzregionen sahen sich in ihrer Rolle für die zukünftige raumstrukturelle Entwicklung in Deutschland nicht angemessen berücksichtigt. Dies galt insbesondere für das Konzept der europäischen Metropolregionen, die in ihrer Motorenfunktion für Wachstum und Innovation wie auch für die sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen einen zentralen Baustein des Leitbildes „Wachstum und Innovation“ darstellen. Die Notwendigkeit, dieses Konzept auch auf grenzüberschreitende Verflechtungsräume wie z.B. die Oberrheinregion oder den deutsch-belgisch-niederländischen Grenzraum auszuweiten, lag somit auf der Hand.

Die deutschen Binnenmetropolregionen schlossen sich 2001 in einem Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland (IKM) zusammen. Während in Deutschland der IKM die Diskussion um Rolle und Position der Metropolregionen vorantrieb, befassten sich einige Nachbarstaaten schon frühzeitig mit Initiativen, die über nationalstaatliche Grenzen hinausgingen. So haben grenzüberschreitende Verfechtungsräume Eingang in die Überlegungen zur Neuausrichtung der raumordnungspolitischen Systeme in Frankreich und der Schweiz gefunden – allerdings blieben die Ansätze auf den engeren Umgriff der grenzüberschreitenden Agglomerationen begrenzt.

Einen wichtigen Beitrag leistete das ESPON-Projekt Metroborder, das sich mit Grenzüberschreitenden Polyzentrischen Metropolregionen (GPMR) und deren Potenzialen für das Zusammenwachsen der EU beschäftigte (ESPON/University of Luxembourg 2010). Ansatzpunkt war die Erkenntnis, dass Grenzregionen zu einem prosperierenden Europa und zur Umsetzung der EU-Strategie Europa 2020 beitragen können, die nationale Fokussierung dem allerdings im Weg steht. In zwei Fallstudien, Großregion und Oberrhein, konnte aufgezeigt werden, dass diese Regionen eine „wichtige, neu entstehende Erscheinung der europäischen Raumordnung sind und große Entwicklungspotenziale bergen“.

Diese Initiativen eröffneten die metropolitane Perspektive für Grenzregionen und waren damit nicht zuletzt Unterstützer für das Modellvorhaben der Raumordnung zu grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen – kurz MORO güV (2008-2011). Das MORO güV wurde durch das damalige Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Kooperation mit der Regio Aachen (jetzt Region Aachen – Zweckverband), den Regionalverbänden Mittlerer Oberrhein, Südlicher Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben sowie dem Saarland als federführendem Partner gestartet. Die regionalen Partner repräsentieren Institutionen innerhalb der Euregio Maas-Rhein, der Großregion, der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und der Bodenseeregion.

Die MORO-Partnerschaft verfolgte von Beginn an, sich zu einem Netzwerk zusammenzuschließen, um gemeinsam die Interessen der metropolitanen Grenzregionen besser vertreten zu können. Die Gründung des IMeG am 17. März 2011 in Berlin ist das Ergebnis der intensiven zweijährigen Arbeitsphase im Modellvorhaben zu grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen. Um die Arbeit der IMeG-Regionen zu metropolitanen Grenzregionen zu festigen, wurde die zweijährige Startphase des Netzwerks im Rahmen des MORO „Initiativkreis deutscher Regionen in grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen“, kurz MORO IMeG (2011-2013), von Seiten der Bundesraumordnung unterstützt.

Foto: Dirk Michler

Die Bemühungen des IMeG mündeten in der Berücksichtigung der metropolitanen Grenzregionen in den „Leitbildern und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland“ (MKRO 2016). Die Aufnahme der „engeren metropolitanen Verflechtungsräume in metropolitanen Grenzregionen“ und der „Metropolitanen Grenzregionen“ in die Leitbildkarte „Wettbewerbsfähigkeit“ ist ein wichtiger Meilenstein für den IMeG gewesen.

Seit dem Ende des MORO IMeG, und damit auch der Bundesförderung, setzen die Partner ihre Arbeit mit eigenen Finanzmitteln fort.

MKRO-Leitbildkarte „Wettbewerbsfähigkeit“ (BBSR 2016)